Kategorie: Türkei

Auf den Straßen Kurdistans

Gut erholt und mit vollen Kräften haben wir Kappadokien verlassen. Ein wahrlich wunderschönes Fleckchen Erde, an dem man seine Ruhe findet und entspannt abschalten kann. Wir werden uns definitiv wieder sehen! Weiter geht es über Kayseri nach Malatya, wieder mal mit dem Bus, gesundheitsbedingt geht es leider nicht anders.

Auf der Fahrt dorthin haben wir Serdar kennengelernt. Er ist ebenfalls ein Radliebhaber, hat selber einige Schmuckstücke zu Hause stehen und das nicht von der Stange. Serdar ist Mitglied in einem Radfahrer Club – gleichzeitig ein Radladen – der Beste und Größte der Stadt. Wir schlendern gemeinsam durch die City, dampfen schön Wasserpfeife in einem der unzähligen Cafés und statten dem Club einen Besuch ab. Wir plaudern über Touren in der Türkei und haben zugleich mal die Bremse von Dominic unter die Lupe nehmen lassen. Seit ein paar Tagen macht diese komische Geräusche, ein leichtes Zischen am Bremshebel. Der Ladeninhaber und Chef des Clubs Mustafa nimmt sich das Ding unter die Lupe und siehe da, der Kolben im Eimer, na super und was nu? Überlegungen hin und her. Ersatzbremse nicht dabei – kotz, bröckle, Genau das gleiche Modell in dieser Stadt – unmöglich, neue Bremse schicken lassen – zu umständlich und eine ewige Warterei. Also wühlt sich Mustafa durch sämtliche Regale seiner Werkstatt und siehe da, er ist fündig geworden. Nach ca. 1 1/2 Stunden Arbeit und kurz vor Feierabend hatte das Rad eine „neue“ Bremse. Diese ist zwar gebraucht, aber erfüllt ihren Zweck und wer weiß, vielleicht hält sie ja die Tour noch bis zum Ende durch. Glück im Unglück, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort und die besten Leute, die man in diesem Moment haben kann. Der Raddoktor – mit Leidenschaft herangegangen – hat gezaubert und für umgerechnet 25 Tacken ist der Esel vorübergehend wieder 100 % einsatzbereit. Wir haben den Hersteller der Bremse kontaktiert und werden sehen was passiert!

Volle Kraft voraus fahren wir über einen der vielen Euphrat Stauseen in Richtung Diyarbakir. Die Gegend um Malatya ist Anbaugebiet für Aprikosen, hier nutzen wir die Gelegenheit uns mit Trockenobst und Sirup – wenn nicht hier, wo dann – einzudecken. Wir radeln weiter am Hazar See entlang. Eine 30 km lange Prachtstraße mit Blick auf den See und auf das dahinter liegende Gebirge. Hier lohnt es sich auch bei Nachttemperaturen unter 0°C die Zelte aufzuschlagen. Die Entfernungen zwischen den Ortschaften werden immer größer, die Landschaften immer steiniger und karger. Die Anstiege halten uns in Atem, denn diese haben es teilweise ordentlich in sich. Wir kommen aber so langsam in Fahrt und werden mit tollen Aussichten und Abfahrten belohnt!

Wir rollen an ersten Straßenkontrollen mit bewaffneten Polizisten und großen Betonpollern vorbei, aber immer mit einem freundlichen Gruß. Mehr und mehr tauchen wir in Kurdistan ein. Die Menschen wirken noch freundlicher, die Blicke folgen uns überall hin, jeder spricht uns an, der Tee ist mittlerweile oft umsonst. Wir haben Diyarbakir erreicht und das Gefühl, wir sind bereits im Orient gelandet. Überall räuchert´s und duftet´s nach Gewürzen und Gegrilltem. Ein tolles buntes Treiben auf den Straßen, Schuhputzer, Sackkarren, Gemüsehändler an jeder Ecke. Die große Stadtmauer rund um die Altstadt, die vielen kleinen Gassen und Handwerkerläden laden zumEntdecken ein. Wir scheinen hier die einzigen Touristen zu sein und wecken meistens die Neugier der Einheimischen und vor allem der Polizei, die uns teilweise nervt! Unzählige Panzerfahrzeuge, Straßensperren und Kontrollen. Drei mal müssen wir uns ausweisen. Dummerweise haben wir beim ersten mal den Pass nicht dabei, so dass der Hotelpage extra zur Polizeistation kommen muss, aber alles i.O., reine Vorsichtsmaßnahme!

Nach zwei tollen Tagen in dieser Stadt, steuern wir nun den Van See an, der Größte und mit 1719 m. ü.d. Meeresspiegel höchstliegende See der Türkei. Er ist sieben mal größer als der Bodensee und wir haben das Gefühl, wir befinden uns direkt am Meer. Wir fahren im leichten Morgennebel nördlich am See entlang. Eine super Straße führt uns an seinem Ufer immer weiter nach Osten. Es gibt kaum Verkehr, flache Strecke, kein Gegenwind und gegen Mittag dann auch noch Sonne satt – everything is perfect. Wir haben eine super Sicht und dann taucht in weiter Ferne der Süphan Dağı auf. Ein erloschener Vulkan der direkt neben dem See liegt. Dieser Anblick lässt unsere Herzen höher schlagen und wir legen mehr Schmökerpause ein als geplant.  Am nächsten Morgen genießen wir das Frühstück im Obergeschoss unseres Hotels mit einer tollen Aussicht auf den tiefdunklen See und die riesigen Gebirgsketten drumherum, der Hammer!

Wir freuen uns auf die Weiterfahrt, die uns fast einen Tag lang um diesen tollen Vulkan führt. Dabei schrauben wir uns so langsam nach oben, es wird wieder kälter – richtig kalt – und dann landen wir wieder auf einer Hochebene. Mehrere Hügelketten schmiegen sich um diesen Riesenbrocken. Es hat noch eine Menge Schnee hier oben und wir können nur erahnen, welche Massen wohl im tiefsten Winter hier liegen. Von Patnos nach Ağrı folgen wir dann einen gefrorenen Flusslauf, der sich durch die schroffen Berge zieht. Nach fast jeder Kurve verändert sich das Bild und wir sind immer wieder überrascht, wie schön es hier ist.

Wir verbringen noch zwei Tage in Erzurum und kehren der Türkei nun so langsam den Rücken, denn das nächste Land wartet darauf entdeckt zu werden. Fünf tolle Wochen haben wir hier verbracht und wurden stets mit Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen. Die Türken sind ein liebenswertes Völkchen, dem man kaum einen Tee abschlagen kann, und mit Händen und Füßen klappt dann auch die Unterhaltung. GÜLE GÜLE TÜRKIYE!

Auf dem Weg nach Anatolien

Nach einer kleinen Pause wir haben Sivrihisar verlassen und der Weg führte uns über Polatli weiter nach Haymana. Die Fahrt hin zu diesem Ort wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Wir hatten uns an diesem Tag extra eine kürzere Strecke vorgenommen, da das Knie von Dominic immer noch Probleme bereitet. Daher standen „nur“ 40 km auf dem Tagesprogramm. Es war ein kalter Tag mit viel Sonnenschein und einer tollen Landschaft.

Alles wirkte nun etwas karger, weite Ebenen und steppenartige Hochplateaus, teilweise noch schneebedeckt. Endlich mal fernab von großen Straßen, kaum Verkehr, Ruhe und Zeit zum Genießen, außer man wird von kläffenden Hunden durch´s Dorf eskortiert. Wir hatten noch einige Kilometer bis zum Zielort, dann eine Kreuzung und statt geradeaus schlagen wir rechts ein. Die Straße führte uns nun bei frostigem Gegenwind die Berge hinauf und das Knie muckerte und muckerte. Höllische Schmerzen und kaum ein Vorankommen. Genau das, was der Radler so hasst, aber es gehört halt auch einfach mit dazu.

Nach langer Zeit dann endlich mal wieder ein Dorf in Sicht. Wir pausierten in einem kleinem Café mit Ofen zum Aufwärmen und einem heißen Getränk, nagten an unseren Lieblingskeksen und Trockenobst und kamen mit den Dorfbewohnern ins Gespräch. Sie erzählten, dass wir die falsche Richtung eingeschlagen haben. Die Kinnlade fiel nach unten, denn wir dachten, wir wären kurz vor dem Ziel. Noch weitere 30 km mussten wir kurbeln, Dominic auch bergauf schieben, und bei dem Wind, den wir hatten, bedeutete das ca. 4 Stunden Fahrt. Die Temperaturen standen schon unter Null, aber gefühlt war es viel kälter. Inzwischen froren uns die Trinkflaschen ein.

Am Abend dann erreichten wir völlig ausgelaugt das Ziel. Ein Bärenhunger führte uns direkt in Mirás Restaurant. Wir lernten mal wieder einen Deutschtürken kennen und erzählten vom leidigen Problem. Murat sein Name, fuhr uns anschließend – es war Sonntag Abend – direkt ins örtliche Spital. Es wurde geröntgt, eine dicke Spritze in den Hintern gerammelt und für die nächsten Tage Ruhe verordnet. Wir fanden eine Pension mit einem tollen Hamam inklusive 42 °C heißem Thermalpool im Keller. Hier sollte das Knie nun für einige Tage seine Erholung bekommen. Wir waren die einzigen Gäste und genossen das Ganze in vollen Zügen.

Nach fünf Tagen Pause und das Gefühl dem Knie geht´s wieder gut, radelten wir zum Tuz Gölü, einem 80 km langem Salzsee und somit größtem des Landes. Mitten durch die weiße Salzlandschaft führte eine Straße ohne Verkehr, für uns das reinste Fahrvergnügen. Allmählich wird es langsam auch wärmer und wir bekommen schon den ersten Hauch von Frühling zu spüren.
Nun wieder mit einem leichten Stechen im Knie – kotz, bröckel – steuerten wir Aksaray an. Die Einfahrt ins Zentrum bot uns einen fantastischen Blick mit dem dahinter liegenden Vulkan Hasandağı, dem zweithöchsten Berg Zentralanatoliens.

Wir fuhren zunächst in ein besser betuchtes Stadtviertel, wo uns Hakan herzlich in Empfang nahm. Ihn haben wir einige Tage zuvor über das Internet kennengelernt. Er ist ebenfalls leidenschaftlicher Radfahrer und bot uns Unterschlupf in seiner tollen Wohnung an. Die Familie verwöhnte uns nach Strich und Faden und das ganze dann auch noch für lau, welch ein Glück mal wieder. Wir spazierten gemeinsam durch die Stadt und dank Händen, a liitle bit english und google translator hatten wir einen amüsanten talk. Der Tisch wurde zu Abend und am Morgen reichlich mit regionalen Spezialitäten gedeckt und unsere Gaumen wurden mit selbst gemachten Börek, frischen Oliven, feinstem Honig und frischem Ziegenkäse mehr als nur verwöhnt. Das beste Essen das wir in den letzten Tagen hatten – selbst das war gut -, dafür wollen wir uns auch noch mal ganz herzlich bedanken. Und lustig war es allemal. Eine tolle Erfahrung.


Am nächsten Tag ließ Hakan dann auch noch seine guten Beziehungen spielen und wir besuchten einen Sportarzt im Krankenhaus, denn das Knie lief keine 100%. Kurze Stippvisite und an den Knochen herum gewürgt, gab es weitere Ruhe, neue Medikamente und eine Knie-Kompresse verordnet. Zum krönenden Abschluss wurde Kaffee und Tee im Patientenzimmer serviert und noch ein Plausch gehalten, wir waren völlig baff. Anschließend organisierten wir uns ein Busticket für die Weiterfahrt, denn das Rad muss nun leider wieder etwas ruhen. Busunternehmen gibt es hier wie Sand am Meer, dementsprechend wird man an den Ticketschaltern mit einem Getöse und Geschrei umworben. Keine 5 Minuten später und um 15 Lira ärmer – 4 Euro für 80 km Strecke inkl. Räder -, hielten wir grinsend das Ticket in der Hand. Alles ist tip top organisiert, Kaffee, Tee, Cola oder Wasser on board ist selbstverständlich. Pünktlich starteten wir und keine Stunde später waren wir in Uçhisar, eines unserer Zwischenziele in der Türkei.

Dieses Dorf befindet sich in Kappadokien, einer aus weichem Tuff bestehenden Höhlenlandschaft, die mehrere Ortschaften miteinander verschmelzen lässt. Es gibt unzählige Räume, die mit Gängen verbunden und über mehrere Etagen hoch oder tief sind. Früher dienten sie als Wohn- und Lagerräume, im byzantinischen Reich teilweise auch als Kloster. Heute stehen diese größtenteils leer oder wurden zu Pensionen oder Hotels umgebaut. Eine wirklich einzigartige Landschaft, die sich immer wieder auf´s neue entdecken lässt.

In Uçhisar besuchten wir zwei Gastfamilien, die Dominic zehn Jahre zuvor schon kennengelernt hatte. Wir kamen unverhofft und auf gut Glück. Mit Baklava bepackt standen wir klopfend vor der Tür, dementsprechend groß war auch die Freude. Wir wurden mal wieder vom Feinsten bekocht, schauten Fotos von damals und ließen die letzten Jahre Revue passieren. Am Abend waren wir dann noch auf der Suche nach einem preiswerten Zimmer und siehe da, wir sind fündig geworden.

Ein tolles Höhlenzimmer, super ausgestattet und am Morgen sitzt man auf dem Dach der Uçhisar Cave Pension, genießt das Frühstück mit einem fantastischen Blick auf dieses bezaubernde Tal. Hier verbringen wir nun einige Tage, bevor es dann weiter gen Osten geht.

Willkommen Türkei – Hoşgeldin Türkiye

Am Flughafen, ein letztes mal unsere Freunde in die Arme genommen und die Räder am Schalter abgegeben, ging es mit einem breiten Grinsen ab nach Istanbul.

Zugegeben, ein bisschen Bammel vor den ersten 20 km vom Flughafen in die Innenstadt Istanbuls hatten wir schon. Wir kannten die Stadt bereits von vorhergehenden Reisen und wussten, was es mit dem Verkehr auf sich hat. Gott sei Dank war es dann aber doch nicht so schlimm. Der Abendverkehr hielt sich in Grenzen und wir ließen uns entspannt per Navi zum Hotel leiten. Am nächsten Tag schnappten wir unsere Räder und radelten durch die Gassen der Stadt.

Wir waren sehr erstaunt, wie leer gefegt die touristischen Plätze waren, hier und da ein paar Chinesen oder Japaner, ansonsten kaum europäische Touristen. Wir aber fanden das gut, kein Gedrängel und Geschubse, man konnte die Stadt wirklich mal genießen – das haben wir auch schon anders erlebt.
Wir sind zur Bosporusbrücke geradelt und deckten uns auf dem großen Basar mit Tabak, Trockenobst und Nüssen ein, denn schon am nächsten Tag wollten wir los. Früh am Morgen ging es über die Galatabrücke zum Fährschiff und schwups, waren wir im asiatische Teil dieser Millionenmetropole.

Wir hatten ein straffes Programm, denn Izmit war unser Tagesziel. Die ersten 40km waren noch entspannt, sie führten uns auf neuen Radwegen direkt am Marmarameer entlang. Die Sonnenstrahlen kitzelten unsere Nasen und wir genossen ein letztes mal lecker Fisch (Balık), bevor es für die nächsten Wochen ins Landesinnere geht.

Danach änderte sich schlagartig der Verkehr, denn es ging auf einer großen Fernverkehrsstraße weiter. Durch unsere Radreisen in Polen sind wir schon einiges gewohnt, aber diese Straße hatte es echt in sich. Dichter Verkehr, tausende LKW´s und lärm ohne Ende strapazierten schon etwas unsere Nerven. Am Abend hatten wir dann 104km auf dem Schirm und unser Kontakt in Izmit hat auch noch kurzer Hand die Unterkunft gecancelt, na bravo. Last but not least haben wir aber Özcan (genannt Ötzi) kennengelernt. Ein in Deutschland geborener Türke, der vor 10 Jahren in die Türkei zurück ging und sehr erstaunt über unser Vorhaben war. Er kümmerte sich um einen Schlafplatz für uns und am Ende des Tages fielen wir zufrieden ins Bett.

Tag zwo auf dem Drahtesel (wir ham´s erwartet), Sauwetter ohne Ende. Wir radelten die Kilometer nur so runter, mussten notgedrungen auch noch Campieren. Wir freuen uns total auf die Nächte im Freien, lieben das Zelten sehr, aber die erste Nacht draußen haben wir uns wirklich schöner vorgestellt. Mitten im Schlaf dann auch noch Geknatter aus einem Maschinengewehr, Schreck auf – na das jeht ja jut los – muss wohl irgend ’n Typ auf der Jagd gewesen sein. Da flattert einem schon mal kurz das Herz. Warum und weshalb, wir werden´s nie erfahren.

Weiter ging es in Richtung Eskişehir. Die Landschaft änderte sich, die ersten Berge hatten wir vor den Augen, hier und da ein Straßentunnel und kleinere Anstiege standen auf dem Programm. Wir schraubten uns so langsam hinauf und ließen die noch nicht vorhandenen Muskeln spielen.

Auf der Suche nach einem warmen Schlafplatz landeten wir in einem kleinen Ort Namens Dübleki und ritten dort in´s Dorfcafé ein. Der Wirt Halil nahm uns mit Tee (çay) und Wein in Empfang, wir holten die Berliner Luft aus der Tasche und schon war die Unterkunft gefunden.
Halil war ein Räuchermännchen erster Klasse und paffte eine nach der anderen. Seine Gastfreundschaft ließ nichts zu wünschen übrig, er tische einen reichhaltigen Bohneneintopf, sauer eingelegtes Gemüse und wie zu jeder türkischen Mahlzeit Brot (Ekmek) auf. Nach dem Abendbrot kehrte auch noch die ältere Herrengarde zum Dominospiel ein, im TV lief gefühlte drei Stunden lang Herzblatt auf türkisch und das Café wurde ordentlich zugeräuchert. Pünktlich um 22.30 Uhr standen plötzlich alle auf und verließen schlagartig den Salon. Halil klappte die Sofas aus, schmückte das Bett mit zahlreichen Wolldecken und unsere Betten waren gemacht. Was für eine Gastfreundschaft.

Am nächsten Morgen hatte Dominic leider etwas Knieprobleme, ausgerechnet jetzt, wo wir uns so langsam warm fahren. Dennoch sind wir los geradelt, durchquerten dann irgendwann mal die Stadt Eskişehir und kehrten in einem türkischen Steakhouse ein. Die Preise werden immer günstiger und zu zweit kann man schonmal für 40 Türkische Lira (umgerechnet ca.10€) auf dem Grill zubereitetes Hack (Köfte), frischen Salat, gebackenes Fladenbrot und Getränke aufgetischt bekommen. Also das Essen haben die Türken jedenfalls voll auf dem Kasten! Wir haben ein Tagesbudget, welches wir nicht überschreiten wollen, aber bei den Preisen ist das wohl kaum möglich. So können wir uns bei Nachttemperaturen um die 4°C das Zelten sparen und uns sogar noch eine Pension leisten. Je weiter wir in den Osten fahren, um so günstiger werden auch die Zimmerpreise.
An diesem Tag aber sieht es wohl eher schlecht für uns aus. Es gibt kaum Ortschaften und somit auch keinerlei Abfahrten von der Fernstraße. Wir waren aber auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz und die Zeit rannte uns auch davon. Das Knieproblem kam noch hinzu und wir wollten auch so langsam Schluss machen für heute. Plötzlich, eine abgeranzte Tankstelle in Sicht. Wir bogen ein und sahen einen Arbeiter am Schaufeln. Wir fragten ihn, ob wir in dem Gebäude schlafen können, er dachte sich vermutlich – woher kommen die denn jetzt – und rollte etwas mit den Augen. Wir schauten uns gemeinsam die Räume dieser alten Tankstelle an, keinerlei Wände, Stromleitungen ragten aus dem Boden, Klo etc. nicht vorhanden.

Hier könnt ihr schlafen, aber erstmal mitkommen – meinte er. Wir betraten sein kleines Zimmerlein in dem Nachbargebäude, einem leerstehenden Restaurant. Ein kleiner Ofen und ein, zwei, drei… çay brachten die wohlersehnte Wärme. Fahri, so sein Name, kümmerte sich sehr um uns, er bereitete türkische Nudeln und Salat zum Abendbrot zu und schlussendlich konnten wir in seinem Gebäude schlafen, welches dann wenigstens vier eigene Wände hatte und dann doch etwas wärmer für uns war. Er verabschiedete uns mit einem reichhaltigen Frühstück und wir radelten auf und davon nach Sivrihisar.

In diesem kleinen Ort legen wir nun etwas Pause ein, denn das Knie von Dominic muss etwas geschont werden. Hamam und Faulenzen steht nun auf dem Programm und wir lassen´s uns einfach nur gut gehen.